Pressebericht Heilbronner Stimme zur Lesung in Leingarten

HEILBRONNER STIMME

Leintal | LEINTAL | 08.11.2016

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Spannende Zeitreisen in Wohnzimmeratmosphäre

Lesung mit Thomas Faltin, Arnim Emrich und Gunter Haug zur Finissage von Michael Hieronymus’ Ausstellung „Into the White“

Von Astrid Link

Die Autoren (von links) Thomas Faltin, Arnim Emrich und Gunter Haug lasen vor rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörern aus ihren Werken.

LEINGARTEN „Herzlich willkommen zu unserer ersten Lesung mit Wohnzimmer-Atmosphäre“, begrüßt Michael Scheurer vom Leingartener Museum Altes Rathaus die rund 80 Gäste, die es sich auf edlen Ledersofas und komfortablen Stühlen bei Endner Wohnideen bequem gemacht haben, kalte und warme Getränke sowie das angenehme Ambiente genießen. Die Lesung der drei Autoren Gunter Haug, Thomas Faltin und Arnim Emrich vom Schwaigerner Landhege-Verlag beschließt die Ausstellung des Heilbronner Künstlers Michael Hieronymus, dessen Bilder und Skulpturen vier Wochen lang im Möbelhaus zu sehen waren (wir berichteten).

Drei Schriftsteller mit ganz unterschiedlichen Werken und Schreibstilen ziehen das gespannte Publikum in ihren Bann. Gunter Haug, Bestseller-Autor und Inhaber des Landhege-Verlags, führt seine beiden Kollegen ein, bevor er selbst seinen neuesten Roman präsentiert. „Thomas Faltin hat seine Geschichte eigentlich für seine Kinder geschrieben und wollte sie nicht veröffentlichen. Ich konnte ihn vom Gegenteil überzeugen“, meint Haug zum ersten Abenteuerroman des Journalisten, Sachbuch-Autors und promovierten Historikers.

Schönheit „Die Nacht von Samhain – Der Kampf um den heiligen Bund der Kelten“ spielt auf der Schwäbischen Alb, die der Nürtinger liebt und in vielen Wanderungen erkundet. Auf eine Leinwand projizierte Fotos bringen den Zuhörern die ursprüngliche Schönheit dieses Landstrichs nahe, in dem sprechende Luchse, keltische Krieger und zwei Förstersöhne in einen dramatischen und magischen Wettlauf zwischen Fiktion und Realität eingebunden sind. „Die Kelten sind damals einfach verschwunden, bevor die Römer kamen. Wo sie geblieben sind, verrate ich am Ende meines Buches“, erklärt der 53-Jährige verschmitzt lächelnd.

„Ist der Junge mit Stiefeln im Haus?“ Arnim Emrich schlüpft sofort in die Rolle seines Großvaters Thomas, von dessen Schicksal er in seinem Debüt „Der Fremde – Auf der Suche nach Heimat“ anschaulich erzählt. Für die wahre Geschichte über die Vertreibung aus Siebenbürgen und die Flucht in den Westen in den 1940er Jahren hat der 34-Jährige ein Jahr in Bukarest gelebt, um die rumänische Sprache und Kultur kennenzulernen. Viele beklemmende Szenen, wie das Warten auf den Start des Flüchtlings-Trecks, sind plötzlich ganz nah. „Es gibt ein fröhliches Ende, das ich Ihnen aber nicht verrate“, meint der Stuttgarter Referatsleiter im Finanz- und Wirtschaftsministerium augenzwinkernd.

Flüchtlingswelle In „Margrets Schwester – Auf der Suche nach einem glücklichen Leben“ schildert Gunter Haug (61) sehr lebendig das tragische Schicksal einer Bauernmagd im 19. Jahrhundert, die in den gesellschaftlichen Zwängen ihrer Zeit gefangen ist und wie eine Million verzweifelter Mitmenschen nach Amerika auswandert.

„Die Assoziation zur aktuellen Flüchtlingswelle liegt nahe“, meint der Autor. „Das ist ein treffender Bezug“, findet Zuhörerin Maria Endres, der das Gesamtkonzept der Veranstaltung gut gefallen hat.

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